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Artemia in Deutschland? - Aber natürlich und zwar bei uns!

Salinenkrebse sind extreme Überlebenskünstler und nur wenige Individuen auf unseren  Planeten haben es geschafft heute auch  unter schwierigen Bedingungen zu gedeihen.  Und so tauchen, zu unserem Glück, diese kleinen Kämpfer in Teichen und Gegenden auf, wo man es kaum vermuten könnte. So bei uns in Wipperdorf !

Unsere Teiche bzw., Seen sind Auffangbecken aus dem Kalibergbau aus der Region von Bleicherode, wo auch heute noch Magnesiumsalz gewonnen wird. Die Becken werden vom Regenwasser der Abraumhalden, welche mit einem Dränagesystem verbunden ist, um Umweltschäden zu vermeiden, gespeist. Wie die Artemia in diese Seen gelangt sind, kann keiner so richtig nachvollziehen und die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Aber egal, wir haben das unverschämte Glück diese Gewässer gefunden zu haben und diese auch bewirtschaften zu können. Und da so über Jahre sich eine starke Population aufbauen konnte, von dem wir Zierfischzüchter und Aquarianer profitieren.

Unsere Artemia zeichnet sich sowohl durch ihre Größe, als auch, und vor allem durch ihre rote Farbe aus. Diese Färbung setzt vom Schlupf bis zum adulten Stadium fort. Die intensive rote Farbe kann man am besten erklären, wenn man sich die jahreszeitlichen Schwankungen des Wassers betrachtet. Im Winter friert das Wasser durch den hohen Salzgehalt nicht zu, zudem weht dort ständig ein mäßig starker Wind, sodass selbst Schnee und Regenwasser mit dem Salzwasser gemischt wird und für eine gute Sauerstoffsättigung des Wassers gesorgt wird. Was dadurch den Algen wiederum zu gute kommt und sie sich prächtig entfalten und entwickeln können. So erscheinen die Seen in den unterschiedlichsten Farben, wobei die Farbpalette, je nach Temperatur und Jahreszeit, von einen grellen Neongrün bis hin einen kräftigen Rot bis Braun reichen. Diese Algenblüten wiederum bilden die perfekte Nahrungsgrundlage für die Krebschen. Nach der Blüte, wobei schon die ersten Generationen Artemia geschlüpft  sind, setzen sich die Algen ab und dienen weiterhin als Nahrungsgrundlage für Krebse. Im Frühsommer dann, sind die Seen klar und man kann Artemia in allen Entwicklungsstadien sehen. Vom frisch geschlüpften Nauplien bis einen Millimeter großen voll entwickelten Krebschen. Und natürlich adulte Tierchen, welche für die nächsten Generationen sorgen.

Nun ist endlich die Zeit, wo mit der Ernte begonnen werden kann. Zur Ernte kommen Boote mit Außenbordmotoren und Schleppnetzen zum Einsatz. Sobald die Netze entleert sind, beginnt sofort die Verarbeitung der Salinekrebse. In dem  nur 200m entfernten Raum werden die Tiere mit Süßwasser gespült und sofort weiter verarbeitet und in 500g Flachtafeln und 100g Schoko abgepackt und in die vorgefühlte Tiefkühlzelle bei etwa - 25° C gefrostet. Durch die extrem kurze Verarbeitungszeit, je nach Fangmenge- 1 bis 2 Stunden, leben  die Tiere noch, wenn sie in den Froster gehen. Dabei wird ein großes Maß an Qualität gewährleistet, was sich am Endprodukt abzeichnet. Welche sich im Fressverhalten der Fische äußert und die Züchter und Aquarianer glücklich macht.

Durch die rasche und schonende Verarbeitung bleiben fast alle Tierchen ganz und sind auch als solche beim Füttern erkennbar. Was ein weiterer Vorteil des Futters ist, da selbst Wildfänge bei der Eingewöhnungsphase sehr schnell an diese Artemien gehen und dadurch schnell auch an andere Futtersorten gewöhnt werden können.

Selbst für Meerwasseraquarianer ist es sehr gut geeignet, da in unseren Seen keine Fische oder andere Tiere leben können, besteht keine Einschleppungsgefahr von Krankheiten. Durch die Möglichkeit nur leicht gespült oder auch salzig, wodurch sämtliche Mineralien und Spurenelemente erhalten bleiben, zu frosten, stellen diese Tierchen ein sehr wertvolles und gehaltvolles Futter dar. Wobei diese salzige Ware nur Meerwasserfischen gefüttert werden sollte, da der hohe Salzgehalt Süßwasserfischen schaden könnte.

Die Haupterntezeit geht bis Ende Oktober, wobei im November noch Lebendfutter gefangen werden kann. Aber das ist die Hauptzeit für die Ernte von Artemiacysten. Durch kühlere Temperaturen stellen die Krebse auf die Produktion von Cysten um, wo sie doch im Sommer lebend gebärend waren. Bei günstiger Witterung werden die Cysten mit einen feinen Handkescher eingefangen oder aus den Steinspalten gespült, anschließend am See mit Salzwasser gespült und von Unreinheiten und noch lebenden Tieren befreit. Und danach zum Trocknen ausgelegt. Dabei bleiben sämtliche Algen und Minerale an den Eihüllen haften, was den Nauplien wieder als Nahrungsgrundlage nach dem Schlupf dient. Die Besonderheit dieser Cysten besteht darin, dass sie kleiner sind als die Amerikanischen  und bei weiten nicht so starke Ansprüche an Temperatur und Salzgehalt stellen.
So brauchen diese Eier nur eine Temperatur von 20-25° C was der Temperatur in den meisten Zierfischanlagen nahe kommt, wobei die Amerikanischen eine Temperatur von fast 30 ° C brauchen um zu schlüpfen. Dabei schlüpfen die Nauplien orangerot und behalten auch die Farbe bis zum adulten Alter bei. Durch die gelösten Algen und Mineralstoffe, die sich dann im Ansatzwasser befinden, sind die Tiere innerhalb der nächsten 12 Stunden schon um das Doppelte gewachsen.

Im Sommer besteht zudem die Möglichkeit Lebend zu füttern. Lebendfutter ist einfach unschlagbar, zum einen da Lebendfutter nicht so das Wasser belastet und zum anderen die Laichwilligkeit gesteigert werden kann. Wobei auch hier beachtet werden sollte, das Futter vor dem füttern kurz im Leitungswasser zu spülen.

Um unseren Bedarf an Lebendfutter zu decken, haben wir uns 600 Litergitterboxen aufgestellt, mit Leitungswasser aufgefüllt und mit jodfreien Salz aus unseren ansässigen Großhandel  aufgesalzen. Und so bringen wir uns dann unseren Bedarf mit und haben dann die Möglichkeit immer auf frische Ware zu greifen zu können. Für einen Hobbyaquarianer ist das vielleicht etwas umständlich, aber auch da lässt sich sicherlich ein kleines Aquarium aufstellen , wo man dann eine Zeit lang die Salinekrebse hältern kann.

Wer nun glaubt das gibt es nicht, lasse sich gesagt sein: Und doch gibt es das! Und wer sich gern davon überzeugen möchte, der ist recht herzlich eingeladen sich alles Vorort anzuschauen, denn schwarze Schafe gibt es überall. Ein Besuch der sich lohnt-

Wir freuen uns auf Sie!

Artemia Frostfutter und Artemia Lebendfutter   finden Sie in unserem Online-Shop.

 

 
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